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Pepino
Solanum Muricatum

© R. Kraft

Dieses interessante mehrjährige Nachtschattengewächs wird gelegentlich als fertige Topfpflanze angeboten, lässt sich aber ebenso wie Tomaten und Paprika aus Samen ziehen. Wichtig ist nur eine frühe Aussaat Anfang bis Mitte Februar, da die Zeit von der Blüte bis zur Fruchtreife etwa 3 Monate beträgt. Bei Überwinterung der Pflanzen kann auch im Sommer ausgesät werden.
Wenn die kleinen Pepinopflanzen etwa 20 cm hoch sind, werden sie entspitzt, d. h. die Triebspitzen abkneifen, damit sie sich besser verzweigen. Nachdem sich Seitentriebe gebildet haben, verpflanzt man sie in 25 - 30 cm Töpfe in humose, mit Kompost angereicherte Pflanzerde. Die Pflanzen dürfen wegen ihrer Frostempfindlichkeit nicht vor Ende Mai ins Freie!

Pepino Blütenstand Nahaufnahme einer einzelnen Pepinoblüte

Bis Anfang Juni, die ersten Blütenknospen sind nun sichtbar, können sie im Glashaus oder auch auf einer Fensterbank verbleiben. Von einer ganzjährigen Kultur im Gewächshaus ist allerdings abzuraten, denn Pepinos mögen zwar windgeschützte Standorte, aber keine zu hohen Temperaturen. Sie wachsen dort schnell zu großen Büschen heran, setzen aber kaum Früchte an. Außerdem finden sich bald Schädlinge, wie Blattläuse, Weiße Fliege und Spinnmilben ein.
Bevor die Pepinopflanzen ihren endgültigen Sonnenplatz im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse erhalten, werden sie ein paar Tage schattig aufgestellt, damit es keinen "Sonnenbrand" gibt!
Da die Triebe über einen Meter lang wachsen können, sollte man die Töpfe entsprechend erhöht aufstellen, damit die Früchte später nicht den Boden berühren. Pepino kann auch als Ampelpflanze gezogen werden, bedarf dann aber einer stabilen Aufhängung.
Die Pflanzen brauchen während der Wachstumsphase kaum Zusatzdünger, aber fast täglich Wasser. Trocknen die Töpfe einmal aus, können Blütenknospen und auch Jungfrüchte abfallen.
Benötigt man weitere Pepinopflanzen, können sie jetzt aus Stecklingen gewonnen werden. Dazu werden Zweige von ca. 15 cm Länge unter einem Blatt abgeschnitten, die unteren Blätter werden entfernt.
In Wasser gestellt, bewurzeln sie innerhalb von 14 Tagen und können dann eingetopft werden. Diese Form der Vermehrung wird bei kommerziellen Pepinozüchtern angewandt, da sich in kürzester Zeit sehr viele Pflanzen heranziehen lassen. Die eiförmigen Pepinofrüchte sind zunächst grün-cremeweiß, später zeigen sich dann die typischen violettroten Streifen. Ein Zeichen, dass die Früchte zu reifen beginnen.

Jungfrüchte Unreife Früchte Erste Streifen

Reif sind sie jedoch erst, wenn die Grundfarbe aprikosenfarben bis goldgelb ist und die Streifen dunkelviolett sind. Dann duften sie aromatisch und schmecken nach Birne und Melone, daher auch ihr Name "Melonenbirne" oder "Birnenmelone". Sicher sind im Spätherbst nicht alle Früchte richtig ausgereift. Diese reifen im Haus bei ca. 20 C innerhalb weniger Wochen gut nach. Auch reife Früchte sind etwa 6 Wochen haltbar und verbessern dabei oft ihr Aroma.
Zum Verzehr wird die dünne Schale entfernt, sie können aber auch einfach wie Kiwis ausgelöffelt werden. Besonders lecker schmeckt das Fruchtfleisch, wenn es mit Zitronen- oder Orangensaft beträufelt wird.
Vor dem ersten Frost müssen die Pflanzen wieder ins Haus. Sie werden zurückgeschnitten und an einem hellen kühlen Platz überwintert. Dabei werden sie nur so oft gegossen, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Im folgenden Jahr wird in frische Erde umgetopft.

Reife Pepino Reife Pepino Reife Pepino